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7 Tipps, damit Abschied und Neuanfang gut gelingen

Was hilft gegen Unsicherheit beim Neuanfang?

Du hast einen Verlust erlebt und weißt noch nicht wie es weiter geht?

Unser Leben besteht aus ständigen Abschieden und Neuanfängen. Den Großen und den Kleinen. Wir trennen uns und beginnen neue Beziehungen, wir beenden die Schule und entscheiden uns für eine Ausbildung, wir kündigen/werden gekündigt und starten eine neue Arbeit, wir ziehen in eine neue Stadt und so weiter und so fort.

Alles ist im Fluß, es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Manchmal fällt uns das ganz leicht, aber ganz oft bereiten uns die Abschiede bzw. die Neuanfänge Angst und Unsicherheit. Warum sind Abschiede manchmal so schwer und was kann helfen, damit ein Neuanfang gut gelingt und sich deine Unsicherheit reduziert? Ich habe einige Tipps zusammengetragen, damit Abschied und Neuanfang gut gelingen können.

Abschied und Neuanfang erzeugen Stress

Wenn man sich die Top 10 so genannter kritischer Lebensereignisse anschaut, also solcher Situationen, die eine signifikante Veränderung darstellen und mit viel Stress für Menschen verbunden sind, dann sieht man, dass in den meisten ein Abschied bzw. ein Neuanfang drin steckt:

  1. Todesfall eines geliebten Menschen
  2. Scheidung oder Trennung
  3. Verlust des Arbeitsplatzes
  4. Schwere Krankheit oder Verletzung
  5. Umzug in eine neue Stadt oder ein neues Land
  6. Geburt eines Kindes
  7. Heirat oder Eingehen einer Partnerschaft
  8. Finanzielle Probleme oder Schulden
  9. Naturkatastrophen oder andere traumatische Ereignisse
  10. Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis

Also auch potenziell freudige Ereignisse wie Geburt oder Heirat erzeugen Stress. Es gibt ein „vorher“ und ein „danach“. Besonders „zwischendrin“, also im Übergang selbst, ist der Stress hoch: 

Das Alte/Gewohnte ist nicht mehr da und der Neuanfang ist noch nicht gefunden oder man ist noch nicht richtig in ihm angekommen. Der neue Schuh drückt noch. 

In diesem Übergangsbereich sind Gefühle wie Trauer und Angst sehr groß.

Manchmal haben wir die Kontrolle und haben die Veränderungen selbst initiiert  (wenn ich kündige, mich trenne etc.), in anderen Fällen passiert es und/oder das Schicksal schlägt zu. Meistens ist es einfacher, wenn es meine eigene Entscheidung war und ich über den Zeitpunkt, die Art und Weise etc. Kontrolle hatte. Vorhersehbarkeit ist schließlich eines unserer zentralen Bedürfnisse. Gleichzeitig macht diese Kontrolle und die damit einhergehende Verantwortung auch Entscheidungen schwerer: Was wenn ich mich falsch entscheide? Was wenn ich meinen Neuanfang bereue? Das kann dazu führen, dass wir uns aus einer unguten Situation nicht lösen und uns nicht trennen oder nicht kündigen. 

Wie geht es aber weiter, wenn ich mich entschieden habe oder mir der Abschied und Neuanfang auferlegt wurde? 

7 Tipps, damit der Neuanfang gut gelingt

Ich habe hier 7 Tipps für dich zusammen getragen, die mir persönlich und meinen Klient*innen am meisten helfen, mit Abschieden und Neuanfängen gut umzugehen.

1. Akzeptanz

Akzeptiere die Realität des Abschieds und erlaube dir, die damit verbundenen Emotionen zu fühlen!

Das hört sich erstmal ganz einfach an, aber viele hängen fest in einem Kreisverkehr von „Das kann nicht sein“, „Das darf nicht sein“. Vor allem dann, wenn du nichts für den Abschied kannst. Aber auch, wenn du verantwortlich bist für den Neuanfang, lasse die Emotionen zu, die der Abschied auslöst. 

Also wenn du dich getrennt hast, darfst du genauso traurig sein über den Verlust der Verbindung. Es ist total normal, traurig, wütend oder ängstlich zu sein. Erlaube dir, diese Gefühle zu durchleben und zu akzeptieren. Dabei heißt akzeptieren nicht gut heißen, sondern an zu erkennen, dass der Verlust nun mal passiert ist und die Gefühle da sind.

Du kannst das machen, indem du aussprichst oder aufschreibst, was du fühlst: z.B. „Ich fühle mich enttäuscht, traurig und gleichzeitig auch unendlich wütend, weil mir gekündigt wurde. Das sind nachvollziehbare Gefühle, weil mir der Job wichtig war.“ oder „Ich bin unsicher, weil wir umgezogen sind. Ich zweifle, ob es die richtige Entscheidung war. Das ist normal, weil es schwer ist die gewohnte Umgebung aufzugeben“. Glaube mir: je mehr du deine Gefühle anerkennst anstatt sie zu verdrängen, umso leichter werden sie.

2. Unterstützung

Suche Unterstützung bei Gleichgesinnten, Familie, Freunden oder professionellen Helfern wie Therapeuten oder Beratern!

Sprich über deine Gefühle und Sorgen und lass dich von anderen unterstützen. Es gibt für so viele Themen tolle Beratungs- und Anlaufstellen. Besonders hilfreich kann es sein, wenn du mit Leuten sprichst, die in einer ähnlichen Situation stecken oder schon einen Schritt weiter sind. Du kannst z.B. nach Foren, Selbsthilfegruppen, facebook Gruppen o.ä. suchen oder du überlegst, ob es in deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden gibt, der Ähnliches erlebt hat. Es ist unglaublich hilfreich, sich verstanden zu fühlen und zu erleben, dass du mit deinen Unsicherheiten nicht alleine bist und es Menschen gibt, die genau das Gleiche durchmachen. Wir haben alle das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und gerade in schwierigen Neuanfängen fühlen wir uns manchmal total alleine.

3. Selbstfürsorge und Neuausrichtung

Kümmere dich gut um dich selbst- gerade jetzt!

Immer wieder gepredigt, weil es einfach auch so wichtig ist. Wenn du dich aus deinen alten Bezügen lösen musst oder auch mit Absicht gelöst hast, dann mache dir den Abschied und Neuanfang so schön wie möglich. Stell dir mal vor: du planst eine lange Wanderung und weißt, dass es anstrengend wird. Du würdest niemals auf die Idee kommen, ohne Wasser und Proviant los zu stiefeln und keine Pausen zu machen! Das gleiche gilt für deinen Neuanfang. Diese Zeit kostet Kraft. Also achte besonders jetzt gut auf deine Selbstfürsorge, deinen Proviant. Das geht zunächst mal mit den Grundbedürfnissen los: ausreichend Schlaf, gesund essen und regelmäßige Bewegung. Entschleunige immer wieder, mache Pausen, um bei dir und deinen gegenwärtigen Gefühlen anzukommen und zu spüren, was du als nächstes brauchst, um den Neuanfang gut zu gestalten. 

Lasse im Verlauf auch zu, zu träumen- vielleicht bedeutet dein Neuanfang, dass du mehr Zeit hast. Dann konzentriere dich auf das, was du vielleicht schon immer mal machen wolltest. Was beflügelt dich? Welche neue Schwerpunkte könntest du setzen? Auch in der Trauer um einen durch Tod verloren gegangenen Menschen darfst du das tun!

4. Realistische, kleine Ziele

Setze dir realistische Ziele, die du erreichen kannst!

Gerade wenn du dir diesen Lebensabschnitt nie so ausgesucht hättest, gib dir selbst wieder die Kontrolle und Selbstwirksamkeit zurück, indem du dir überlegst, was du dir ganz konkret vornehmen könntest. Z.B. bis zum Ende des Monats xy Bewerbungen schreiben oder einen Yogakurs machen. Arbeite schrittweise daran, diese Ziele zu erreichen. Kleine Erfolge können helfen, das Selbstvertrauen und die Motivation wieder aufzubauen. Denke nicht zu groß, sonst erscheint dir der Weg viel zu lange. Denke eher von Schritt zu Schritt, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat. Wie Beppo, der Straßenkehrer von Michael Ende sagt:

„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“

Besonders, wenn du noch nicht genau weißt wie dein Neuanfang aussehen wird, ist es entscheidend, dass du los gehst, denn dann schiebt sich der Weg automatisch unter deine Füße!

5. Rückschau

Profitiere von deinen bisherigen Erfahrungen!

Überlege, ob du in deinem Leben schon mal einen ähnlichen Verlust hattest, eine besondere Herausforderung hattest oder ein ähnlich intensives Gefühl gespürt hast. Was hat dir damals geholfen? Welche Menschen haben dich unterstützt? Was hast du gemacht, um mit der Situation umzugehen? Wie empfindest du die damalige Situation heute?

Dies kann dir helfen, Ansatzpunkte zu finden und es kann dir Hoffnung machen: du wirst auch diesen Schmerz überwinden, diese Situation meistern, selbst wenn es möglicherweise immer ein schwieriges Ereignis bleiben wird in deinem Leben.

6. Dein inneres Selbstgespräch

Hinterfrage deine negativen Gedanken anstatt ihnen nachzugehen!

Beobachte wie du innerlich mit dir sprichst. Sagst du dir z.B. „Das wird ein Fehler sein“, „Du hast es nicht anders verdient“, „Das schaffst du eh nicht“? Diese inneren Sätze haben direkte negative Auswirkungen auf deine Emotionen, aber sie ändern nichts an der Situation an sich. Ich verrate dir einen ganz einfachen Trick, der mir immer wieder hilft, wenn ich in negativen Gedankenschleifen fest stecke: Wenn du dich beim Denken negativer Sätze erwischt, frage dich: „Bringt mich das in der jetztigen Situation weiter? Hilft mir dieser Gedanke?“ Wenn die Antwort „nein“ ist, dann hör auf damit. Klingt einfach- und es klappt häufiger als du vielleicht denkst 😉

7. Zeit und Geduld

Gib dir selbst Zeit, um zu heilen und dich anzupassen!

Ich weiß, es ist schwer, aber Veränderungen brauchen Zeit und es ist hilfreich, geduldig mit dir selbst zu sein. Es ist wie beim Auto fahren: Wenn du in den nächsten Gang hoch schaltest, ruckelt es häufig bevor es wieder läuft. Das ist normal. Manchmal dauert das Ruckeln länger und manchmal geht es schneller.

War der Artikel hilfreich für dich? In welchem Übergang steckst du? Gibt es etwas, was dir besonders hilft? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Wenn du dich verloren fühlst und du deinen Neuanfang mit mir an deiner Seite einleiten möchtest, wende dich gerne an mich!

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