Emotionale Stabilität ist ein Faktor, der gerade in Krisenzeiten wichtig ist. Durch emotionale Stabilität gelingt es uns leichter, mit Situationen von Verlust und Trauer umzugehen. Das heißt nicht, dass es nicht genauso weh tut, sondern dass wir fähig sind, besser auf der Emotionswelle zu surfen anstatt uns von ihr umreißen zu lassen. Doch was heißt das genau, emotionale Stabilität? Woran erkenne ich, dass ich emotional stabil bin? Ich habe das mal umgedreht und mir angeschaut, was emotional stabile Menschen eher NICHT tun. Ich möchte dir helfen, deine emotionale Stabilität zu reflektieren. Damit kannst du Ansätze finden, um deine Surfskills auszubauen!
Was bedeutet es, emotional stabil zu sein?
Laut Wikipedia ist emotionale Stabilität „die ausgeprägte Fähigkeit zur Kontrolle der eigenen Emotionen“. Es hat also etwas mit Selbstkontrolle und -regulation zu tun. Es bedeutet aber NICHT, z.B. Ärger runter zu schlucken und nichts zu sagen (das wäre dann überreguliert), sondern fähig zu sein, sich erstmal in einen emotionalen Zustand zu versetzen, in dem man wieder klar denken kann.
Emotional eher stabil zu sein oder nicht, ist zum Teil angeboren, zum Teil entstanden durch die Erfahrungen, die wir insbesondere als Kind machen. Es gibt Kinder, für die ist es von Geburt an schwerer, Reize zu verarbeiten und sich zu beruhigen. Und es gibt Babies, denen ist es quasi schon in die Wiege gelegt, in dieser Beziehung „einfacher“ zu sein.
Im Verlauf der emotionalen Entwicklung kommen dann noch die Beziehungserfahrungen dazu. Die Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen, beobachten wir bei unseren Eltern: Was macht man bei Stress? Weint man, wenn man traurig ist? Wie genau bringt man Ärger zum Ausdruck? Gerät man in Panik in unsicheren Situationen?
Und dann erfährt man noch wie die Eltern mit den eigenen Emotionen umgehen: Werde ich bestraft bei Wut? Halten es meine Eltern aus, wenn ich auch mal traurig bin und es gerade keine Lösung gibt? Bekomme ich Trost? Wird meinen Ängsten empathisch begegnet? Werde ich für bestimmte Gefühle abgewertet? Überfordert ein Gefühl meine Eltern? usw.
All das und noch viel mehr trägt dazu bei, wie emotional stabil wir durch unser Leben maschieren. Der Persönlichkeitspsychologe Eysenck geht davon aus, dass emotionale Labilität (Neurotizismus nennt er es) als Persönlichkeitsmerkmal ziemlich unverändert bleibt. Andere Studien zeigen, dass man emotionale Stabilität durchaus vergrößern kann und sie auch tendenziell im Alter zunimmt. Vielleicht ist es auch der Umgang mit emotional instabilen Tendenzen, der sich verbessern kann über das Leben hinweg.
Wie erkenne ich emotional stabile Menschen? Oder auch: Was emotional stabile Menschen NICHT tun.
- Sie identifizieren sich nicht mit ihren Gedanken und Gefühlen zu jeder Zeit.
Gedanken sind nicht gleich Realität. Du bist nicht deine Gedanken und du bist nicht deine Gefühle. Du hast beides. Allein das schafft Distanz. - Sie gehen nicht davon aus, dass Gefühle negat

